piwik-script

Intern
Deutsches Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit

LessStress - Wie kann ich Stress in der Schule reduzieren?

Projekt mit Fokus auf Stress

Evaluation einer Prävention in Schulen zum Thema Stress

LessStress ist ein universelles Präventionsprogramm, das für Schüler*innen in den Jahrgangsstufen 6 - 12 Anwendung finden kann. Es soll den Schüler*innen für einen anderen Umgang mit Stress im Alltag und in der Schule sensibilisieren und setzt dabei den Fokus auf Emotionsregulation, Achtsamkeit und Selbst-Mitgefühl.

Aktuelles

Derzeit befinden wir uns in der Evaluationsphase des Trainings.

Wenn Sie als Klasse oder Schule Interesse haben an der Studie teilzunehmen, kontaktieren Sie uns gerne!

 

Mail to: Scheiner_C3@ukw.de 

LessStress

Universelles Präventionsprogramm 

Das Ziel universeller Prävention ist allgemein gut verständliche und hilfreiche Unterstützung zur Erhaltung der körperlichen und mentalen Gesundheit zu bieten, sich dabei an alle Schüler*innen zur richten ohne eine vorherige Selektion. Auf diese Weise wird niemand ausgegrenzt und jeder kann an dem Programm teilnehmen.

LessStress

Wir setzen auf Hilfe zur Selbst-Hilfe. Durch Gruppendiskussionen und Übungen sollen die Schüler*innen lernen sich selbst besser wahrzunehmen und mit neuen Strategien in der Lage sein, sich selbst zu helfen. Sie sollen selbst ins Tun kommen, sich reflektieren und neue Strategien im Umgang mit Stress ausprobieren. 

Eine offene Kommunikation und das Etablieren einer Stresskultur in der Klasse ist das Ziel.

Dabei kommen zwei Elemente ins Spiel: eine 90-minütige Unterrichtseinheit rund um das Thema Stress allgemein und ein 40-seitiges Booklet rund um das Thema Stress spezifisch in der Schule.Für die Doppelstunde liegt eine fertige Power-Point inklusive Leitfaden für die Durchführenden vor und für die Schüler*innen gibt es ein begleitendes Workbook für Notizen und die Übungen.

Durch die Unterrichtseinheit möchten wir den Jugendlichen die Verbindung von Stress mit Emotionen näher bringen mit dem Ziel das eigene Stresserleben besser zu verstehen und entsprechend funktional damit umzugehen. Es finden Übungen zu Emotionsregulation, Achtsamkeit oder Selbstmitgefühl statt. Mittels Gruppenarbeiten, Einzelübungen oder Diskussionen im Plenum sollen dabei die Schüler*innen aktiv mit einbezogen werden. Dabei dient die Power-Point als Grundlage für Sie. Welche Themen letzlich in der Klasse diskutiert werden, ist dabei unterschiedlich und abhängig von Klassenstufe und "Problemen/ Wünsche" in der Klassengemeinschaft selbst.

Das Booklet, eine sogenannte Bibliointervention (eng.: mental health literacy prevention), soll den Schüler*innen gezielt Informationen rund um das Thema Stress und stressfreies Lernen geben. Darin enthalten sind neben vielen Informationen auch Tipps und Tricks, wie sie sich selbst besser strukturieren und organisieren können. Somit soll das Booklet als Ergänzung zur Unterrichtseinheit eine weitere Hilfe zur Selbsthilfe darstellen und ebenfalls einen Beitrag zur Gesunderhaltung durch Stressreduktion leisten. Das Booklet kann, muss aber nicht besprochen werden. 

Die mentale Gesundheit von Schüler*innen stand im letzten Jahrzehnt immer wieder im Fokus. Die Pandemie hat uns vor Augen geführt wie belastet viele Kinder und Jugendliche waren oder noch immer sind. Im letzten Schuljahr hat sich besonders gezeigt, dass sich unter Kindern und Jugendlichen vermehrt mentale Krankheiten entwickeln und die selbstwahrgenommene Lebensqualität sinkt. Dabei stellt Stress, vor allem Stress im schulischen Bereich eine wichtige Verbindung dar. 
Die häufigsten körperlichen Symptome von anhaltendem Stress sind Kopf- und Bauchschmerzen, aber auch Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten sowie Appetitverlust können mit Stress einhergehen. Wenn der Stress in der Schule überhandnimmt, dann kann es zu kognitiven Beeinträchtigungen kommen.  So kann die Konzentrationsfähigkeit abnehmen, aber auch das Gedächtnis lückenhaft werden und neue Lerninhalte dadurch nicht mehr gut ins neuronale Netzwerk integriert werden. Kurz gesagt die Schulleistungen verschlechtern sich und in der Folge kann das Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben.

2017 konnte die Kaufmännische Krankenkasse in einer Umfrage unter 230.000 Versicherten (6-18 Jahre) zeigen, dass Stress ein großer Belastungsfaktor für die Kinder und Jugendlichen darstellte. Nicht nur in der Schule verursacht durch Leistungsdruck, sondern auch verursacht durch weitere Faktoren wie Stress mit den Eltern im privaten und im schulischen Kontext, eine Reizüberflutung durch Medien, häufig genanntes Mobbing in sozialen Netzwerken oder auch Ängste verstärken den subjektiv empfundenen Stress der Kinder und Jugendlichen. Wir möchten unseren Beitrag leisten diesen alarmierenden Entwicklungen entgegenzuwirken und die mentale Gesundheit der Schüler*innen zu verbessern.  

Aus diesem Grund haben wir das universelle Präventionsprogramm „LessStress – wie kann ich Stress in der Schule reduzieren?“ entwickelt, das sich an Schüler*innen von der 6. bis zur 12. Jahrgangsstufe richtet. Im Vordergrund steht das Thema Stress und der Zusammenhang zu Emotionsregulation, Selbstmitgefühl und Achtsamkeit. Damit wir sicher sind, dass unser Programm funktioniert, haben wir eine Studie zur Evaluation der Wirksamkeit geplant. 
 

Das Projekt wird an verschiedenen Schulen in und um Rostock (Mittelschulen, Realenschulen, Gymnasien), Bayern und Hessen durchgeführt. 

Die Grundlage von LessStress basiert auf der Grundhypothese, dass die Resilienz von Schüler*innen gesteigert werden kann, umso der Entwicklung von psychischen Krankheiten, die typisch sind für die mittlere bis späte Adoleszenz, entgegenzuwirken. Das bedeutet wir möchten den Schüler*innen dabei helfen sich selbst zu helfen. 
Eine Möglichkeit ist neben dem Bezug zu Stress beispielsweise der Aufbau von adaptiven Emotionsregulationsstrategien. Der falsche Umgang gerade mit negativen Emotionen steht in enger Verbindung mit vielen psychischen Erkrankungen in der Jugend wie Depressionen, Essstörungen, sozialen Ängsten, Selbstverletzung oder auch Suizidalität. 

LessStress hat das Ziel den teilnehmenden Schüler*innen mehr Kompetenzen im Umgang mit Stress zu vermitteln.

  • Dabei geht es insbesondere um den Umgang mit Stress in der Schule
  • Aber auch allgemeine Stress-Skills sollen vermittelt werden
  • Im besonderen Fokus stehen dabei auch Emotionsregulation, Achtsamkeit (Mindfulness) und Selbst-Mitgefühl, die maßgeblich den Umgang mit stressigen Situationen beeinflussen können

Das universelle Programm LessStress ist sehr kurz gehalten und versucht mit nur einer Doppelstunde und einem Booklet die Resilienz von Schüler*innen von der 6. bis zur 12. Jahrgangsstufe zu erhöhen. 

Wünschenswert wäre ein Umdenken sowohl unter den Schüler*innen als auch unter den Lehrkräften in Bezug auf das Thema Stress. Wie können wir als Klasse oder als Schule es gemeinsam schaffen eine gewinnbringende Stresskultur an unserer Schule zu etablieren? Wir sehen dieses Thema als enorm wichtig und fundamental in den heutigen Zeiten an und würden und sehr freuen Sie als Wegbleiter begrüßen zu dürfen.

Studiendesign

Es handelt sich um ein cluster-randomisiertes Design mit einer Fallzahlberechnung von rund 2.000 Schüler*innen. Es wird also eine Interventionsgruppe und eine Warte-Kontrollgruppe geben. Das bedeutet alle teilnehmenden Schulen/ Klassen erhalten das Programm, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Lehrkräfte der Interventionsgruppe (Schulpsycholog*innen, Schulsozialarbeiter*innen, interessierte Lehrkräfte) erhalten eine Schulung, um den Inhalt der doppelstündigen Unterrichtseinheit adäquat vermitteln zu können. Weiterhin erhält jede*r Schüler*in eine Informationsbroschüre zum Thema Stress und stressfreiem Lernen. Die Wirksamkeit wird mit drei Datenerhebungen geprüft. Vor Beginn des Präventionsprogramms, nach 3 und nach 6 Monaten. Nach der letzten Datenerhebung erhalten auch die Schulen in der Warte-Kontrollgruppe LessStress.

Wenn sich LessStress als wirksam und hilfreich erweist, ist in Zusammenarbeit mit der KKH eine flächendeckende Verbreitung angestrebt.

 

Fragebögen

Bei den Datenerhebungen sollen die Schüler*innen online verschiedene Fragebögen bearbeiten. Diese drehen sich um die Themen Stress, Selbstwert, Emotionsregulation, depressive Symptome, Ängste, allgemeine Lebensqualität aber auch Schutzfaktoren, Resilienz oder Selbstmitgefühl. Jeder Messzeitpunkt nimmt ca. 30 Minuten in Anspruch. Genauere Informationen zu den Fragebögen finden Sie in Kürze hier.

 

Grafischer Überblick

 

Hier werden wir die Namen der teilnehmenden Schulen veröffentlichen, selbstverständlich nur mit deren Einwilligung.

 

Falls Sie selbst Lehrer*in, Schulpsycholog*in, Schulsozialarbeiter*in sind oder eine Schule leiten und Interesse hätten am Programm LessStress teilzunehmen, dann können Sie uns jederzeit kontaktieren. 

 Scheiner_C3@ukw.de 

Teilnahme an LessStress für Schulen oder Klassen

  • Durch die Teilnahme an diesem Projekt helfen Sie als Lehrkräfte uns dabei, LessStress auf seine Umsetzbarkeit und Wirksamkeit in der Schule zu überprüfen.
  • Das Umfeld Schule für das Projekt, um möglichst viele Jugendliche zu erreichen und somit deren Lebensqualität zu verbessern und so langfristig die mentale Gesundheit zu stärken
  • In einer Zusammenarbeit mit Schulen, Schüler*innen und Lehrkräften können wir effektiv erproben, ob LessStress als interessant und v.a. hilfreich bewertet wird

Fragen?

Haben Sie noch offene Fragen zu LessStress oder möchte Ihre Schule an der Studie teilnehmen, dann können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen. Gerne senden wir Ihnen und/oder Ihrer Schule mehr Informationsmaterial zu.

Hier können Sie sich den aktuellen Flyer als PDF downloaden: 

Projektkoordination LessStress
 Scheiner_C3@ukw.de